Retrospektive

STEINE+ERDEN in eigener Sache

Eine Ära geht zu Ende – wir sagen Tschüss

Über 130 Jahre nach ihrer Erstausgabe von 1886 geht die STEINE+ERDEN in den Ruhestand. Mit diesem letzten Heft möchten wir, Herausgeber und Redaktion, uns von Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, verabschieden und herzlich für Ihr Interesse danken. Im Rückblick auf 13 Dekaden STEINE+ERDEN lassen wir noch einmal die Entwicklung unseres Blattes und des Arbeitsschutzes in unserer Branche Revue passieren – es waren bewegte Zeiten.

Foto einer historischen Ausgabe

Die Geschichte der STEINE+ERDEN ist eine Zeitgeschichte der letzten 130 Jahre. Seit dem ersten Erscheinungstag der Zeitschrift der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft (StBG), am 15. Juli 1886, spiegelt ihre wechselvolle Historie die bewegte Geschichte Deutschlands, der Sozialversicherung und der Steine-Erden-Industrie in diesem Land wider. Und manchmal wundert man sich bei diesem Rückblick, was alles schon mal da war.

Die STEINE+ERDEN ist auch eine Geschichte des Kümmerns und der Sorge um die Menschen, denn das Thema der Unfallverhütung oder Prävention, wie wir heute sagen, hat den redaktionellen Inhalt von Anfang an maßgeblich bestimmt.

Heute ziehen wir mit einem weinenden Auge einen Schlussstrich darunter: Aktuelle Entwicklungen führen dazu, dass die STEINE+ERDEN ihr Erscheinen zum Jahresende 2019 einstellen wird. Wir machen aber nicht sang- und klanglos Schluss, sondern wollen gemeinsam noch einmal zurückblicken. In unserer "Retrospektive seit 1886" picken wir die wichtigsten Marksteine in der Entwicklung unseres Blattes heraus.

Foto einer historischen Ausgabe

Andere Zeiten – neue Herausforderungen

Im Jahr 2010 fusionierten sechs Berufsgenossenschaften, unter ihnen die StBG, zur BG RCI. Eine politisch gewollte Strukturreform der Unfallversicherung gab den Anlass hierzu. Freilich dauerte es einige Jahre, bis die Fusion vollendet war. So lebte die STEINE+ERDEN als Fachzeitschrift der Baustoffbranche innerhalb der BG RCI weiter. Wir haben den Zeitraum seit 2010 genutzt, um das Heft redaktionell zu erweitern und aktuelle Themen zur erfolgreichen Unternehmensführung sowie für die Umsetzung der VISION ZERO Strategie aufzugreifen.

Parallel dazu übernahm nach der Fusion zur BG RCI das neue „BG RCI.magazin“ die Funktion des Mitteilungsblattes für alle Branchen. So führten beide Magazine während der letzten zehn Jahre eine partnerschaftliche Koexistenz.

Das Ende der 129-jährigen Geschichte der STEINE+ERDEN ist jetzt eine Reaktion auf eine Mischung verschiedenster Rahmenbedingungen. Zum einen bleibt die zunehmende Digitalisierung nicht ohne Einfluss auf ein Printmedium. Andererseits verdichtet sich der Kreis der Zulieferer, die zugleich auch als Werbekunden für eine Fachzeitschrift notwendig sind, im globalen Markt immer stärker, sodass das wirtschaftliche Umfeld immer schwieriger wird. Und letztlich stehen derzeit einige, noch immer fusionsbedingte, Veränderungen bei der BG RCI an. Sie führen dazu, dass alle Ausgaben auf den Prüfstand kommen, um auch in der Prävention Kosten einzusparen. Da die STEINE+ERDEN aber als Fachpublikation für nur eine Branche künftig von allen Branchen hätte finanziert werden müssen, war es unumgänglich, den Traditionstitel zum Jahresende 2019 einzustellen.

Foto einer historischen Ausgabe

Gute Basis für die Prävention von morgen

Auch wenn immer noch zu viele unserer Versicherten in den Baustoffbetrieben von Arbeitsunfällen oder Berufskrankheiten betroffen sind und wir vom Ziel der VISION ZERO – einer Welt, in der jeder nach der Arbeit sicher und gesund nach Hause zurückkehrt – noch zu weit entfernt sind, so dürfen wir doch auf das, was wir erreicht haben, ein wenig stolz sein. Denn mit dieser Ausgabe enden rund 130 Jahre publizistischer Einsatz für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz, für mehr Menschlichkeit in den Betrieben, für die Professionalisierung der Prävention, für die Beteiligung der Beschäftigten in Steinbruch, Kiesgrube, Betonwerk und Co.

Diese Arbeit hat gefruchtet. Gegenüber 1886, dem Jahr unserer Erstausgabe, haben sich die Arbeitsbedingungen fundamental verbessert. Die STEINE+ERDEN und die Unternehmer, Führungskräfte und die Beschäftigten in den Betrieben haben daran mitgewirkt und in 130 Jahren Spuren hinterlassen, denen auch kommende Generationen von Arbeitsschützern folgen werden.

Des einen Ende ist eben immer auch des anderen Anfang.

Herausgeber und Redaktion der STEINE+ERDEN

Foto der Titelseite vom 15. Juli 1886
Am 15. Juli 1886 begann die Erfolgsgeschichte der STEINE+ERDEN mit der „Monatsschrift für die Steinbruchs-Berufsgenossenschaft“. Roh- und Baustoffgewinnung waren für die auf Hochtouren laufende Industrialisierung Deutschlands von entscheidender Bedeutung – und dementsprechend hoch der politisch-gesellschaftliche Stellenwert der StBG.