Technik

Wandbild aus Sichtbeton

Zugspitze in Beton gegossen

Einen besonderen Blick auf den bayrischen Alpenraum bietet das Hilton Munich Airport Hotel seinen Konferenzteilnehmern. Ein meterlanges Betonrelief im neuen Foyer des Konferenzbereichs bildet kunstvoll stilisiert das Bergmassiv des Wettersteins ab.

Am Flughafen München wurde die Kapazität des Hilton Munich Airport Hotels durch einen umfassenden Umbau und eine Erweiterung um mehr als das Dreifache erhöht. Wer hier Konferenzen besucht, hat meist keine Zeit für Sight-

seeing. Architektin Claudia Schmitt-Rider von Gumpp Heigl Schmitt Architekten aus München wollte den Tagungsteilnehmern gleichwohl die Besonderheit des umgebenden Landstrichs nicht vorenthalten. Über dem Empfangstresen, dessen glatte weiße Oberfläche einer alpinen Gletscherzunge ähnelt, hängt nun ein Naturgemälde der besonderen Art, mit außergewöhnlichem Effekt. Das zweieinhalb auf sechs Meter dimensionierte Betonbild lässt das Wettersteingebirge mit der Zugspitze – ausgehend vom Alpsee im Ostallgäu – im präzise geformten Relief erkennen. Das typische Landschaftsmotiv, das in seiner überlieferten Version zig Wohnzimmer ziert, erzeugt in seiner stilisierten Ausformung einen unerwarteten Eindruck. Durch unterschiedliche Höhen des Betonreliefs entsteht, je nach Lichteinfall und Blickrichtung, ein immer wieder überraschend anders ausfallendes Bild. Eine Wandskulptur, die gleichermaßen Modernität wie Verbundenheit mit dem Standort ausdrückt. Der Bezug zum Landschaftsraum hat nichts Heimeliges mehr. Das Motiv, das jeder kennt, bewirkt durch den veränderten Blick darauf eine völlig neue Wahrnehmung. Dies kann – bis weit über das Thema hinaus – Einsichten reifen lassen, wie sie oft nicht der Verstand, vielmehr nur die Kunst mit ihrer erstaunlichen Ausdruckskraft zu erzeugen imstande ist.

Wandbild aus Sichtbeton an einer Hotelrezeption
Das Wettersteingebirge mit der Zugspitze ist im Relief erkennenbar.

Kunst aus Beton

Auf Grundlage eines Fotomotivs gelang Architektin Schmitt-Rider in Zusammenarbeit mit dem Betonfertigteilwerk Bachl und dem Matrizenhersteller Reckli die stilisierte Umsetzung in ein massives Wandbild. Mit individuell gefertigten Matrizen, die beim Guss unterschiedlich hohe Reliefstufen erzeugten, waren mehrere Elemente produziert und direkt am späteren Einbauort bemustert worden. Bei Lichteinfall vor Ort konnte über die letztendlich passende Ausformung der Höhen und Tiefen entschieden werden. „Das fünf Tonnen schwere Kunstobjekt fertigten wir wegen der besseren Transportmöglichkeit und Beweglichkeit beim Einbau in drei Teilen“, schildert Wolfgang Paul, Geschäftsbereichsleiter Betonwerke von Bachl, den Entstehungsprozess. Für das Unikat wollte die Architektin die natürliche, zementgraue Anmutung des Betons. „Wir haben die Elemente in Sichtbetonqualität mit Zement CEM 52,5 R aus dem Lieferwerk Burglengenfeld von HeidelbergCement produziert“, so Paul. Im Hotel wurden die schweren Wandelemente von einer Spedition, die auf Kunsttransporte spezialisiert ist, mit einem Spiderkran auf Rollen versetzt. Die drei Betonelemente wurden mit fünf Millimeter breiten Fugen flächenbündig in die umgebende Wand eingelassen, nicht sichtbar auf einer Stahlkonstruktion befestigt.

Detailaufnahme eines Wandbilds aus Sichtbeton
Durch individuelle Matrizen wurden unterschiedlich hohe Reliefstufen erzeugt.
 
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