Arbeitssicherheit

Schwerpunktaktion der BG RCI zur Prävention in Betonwerken

Know-how rein, Risiko raus

Die Spartenleitung Rohstoffe-Baustoffe der BG RCI legte Anfang 2018 fest, dass in einer Schwerpunktaktion alle Betriebsstellen der Betonindustrie zu prüfen sind. Die beunruhigende Entwicklung der Unfallzahlen in diesem Industriezweig machte ein zielgerichtetes Handeln der Aufsichtspersonen erforderlich. Bei ihren Betriebsbesichtigungen erwiesen sich zwei Anlagenbereiche als besonders risikoträchtig: die Kübelaufzugsbahn und der Betonmischer.

Um die Betriebsbesichtigung abgestimmt und zielgerichtet zu realisieren, sollen zunächst alle Transportbeton- sowie Betonfertigteilwerke mit den Anlagenschwerpunkten „Kübelaufzug und Mischer“ geprüft werden.

Seit Mitte 2018 sind die Aufsichtspersonen dabei, die in ihrem Aufsichtsbezirk befindlichen Werke mit den genannten Schwerpunkten zu kontrollieren. Diese Vorgehensweise ist bis Ende 2018 abzuschließen.

In vielen Betonwerken haben die zuständigen Aufsichtspersonen die Betriebe bereits besichtigt, Unternehmer beraten, Maßnahmen vorgeschlagen und diese ggf. angeordnet. Ausgehend von den Ergebnissen, werden in der Folge weitere Schwerpunkte gesetzt und die Unternehmen im nächsten Abschnitt auf diese Anlagenteile hin kontrolliert. Warum zuerst aber diese Schwerpunkte?

Kübelaufzugsbahn

Besonders schwere Unfälle ereignen sich im Bereich der Kübelbahn. Deswegen ist es vorgeschrieben, den Verkehrsbereich der gesamten Kübelaufzugsbahn gegen Betreten und Erreichen von Gefahrstellen zu sichern. Des Weiteren müssen die Zugangstüren mit Verriegelungseinrichtungen verbunden sein. Diese lösen einen Befehl zum Stillsetzen aus, sobald eine Zugangstür geöffnet wird. Das Ingangsetzen des Kübels wird so verhindert, bis die Tür geschlossen ist. Auch sind Steckbolzensicherungen an mindestens zwei Positionen der Aufzugsbahn erforderlich, um plötzliches Absinken oder Abstürzen des Kübels zu verhindern.

Betonmischer

Reinigungs- und Instandhaltungsarbeiten an und in Betonmischern hatten in den letzten Jahren mehrere tödliche Arbeitsunfälle zur Folge. Dies sind die sicherheitstechnischen Anforderungen an Mischer:

Bei allen Sicherheitseinrichtungen gilt gemäß §6 BetrSichV: Der Arbeitgeber hat dafür zu sorgen, dass die erforderlichen Schutz- oder Sicherheitseinrichtungen funktionieren und auch verwendet werden.

Und ganz wichtig: Er muss verhindern, dass die Einrichtungen manipuliert oder umgangen werden können. Denn nur dann bringen sie einen sicherheitstechnischen Mehrwert! Daher sind einfache Systeme, die mit Kabelbinder und Kneifzange umgangen werden können, prinzipiell nicht zugelassen und werden von den Aufsichtspersonen entsprechend bemängelt.

Wer sich als Verantwortlicher für die Sicherheit im Werk mit den Thematiken Kübelaufzug, Betonmischer und Verriegelungseinrichtungen beschäftigen möchte, kann im Praxishandbuch der BG RCI blättern, und die DGUV Information 203-079 „Auswahl und Anbringung von Verriegelungseinrichtungen“ lesen. Die Kopiervorlage „Checkliste Mischer-Kübelaufzug“ unten unter "Weitere Informatioen" können Sie als Einstieg und Selbsteinschätzung nutzen, um schnell einen ersten Überblick über möglichen Nachrüstbedarf zu erhalten. Bei Fragen können Sie sich selbstverständlich auch an Ihre Aufsichtsperson wenden.

David Sprenger, Kai Rabald, Martin Böttcher (BG RCI)

Betonmischer
Kübelaufzüge und – wie hier – Mischer gehören zu den gefährlichsten Bereichen in Betonwerken. Helfen Sie mit, dort die Risiken für Leib und Leben Ihrer Mitarbeiter zu senken!
 
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